Steuerermäßigung für Aufwendungen in privaten Haushalten

Werkzeug: Hammer, Schraubenzieher, Zollstock und Bleistift
Werkzeug © Rainer Sturm / pixelio.de

Privatpersonen mit Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen oder für Handwerkerleistungen können hierfür eine Steuerermäßigung nach § 35a des Einkommensteuergesetzes erhalten.

Begünstigt sind haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen, die im eigenen Haushalt oder – bei Pflege- und Betreuungsleistungen – im Haushalt der gepflegten oder betreuten Person ausgeübt oder erbracht werden. Die Steuerermäßigung kann in Anspruch nehmen, wer Arbeitgeber des geringfügigen oder sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses bzw. Auftraggeber der haushaltsnahen Dienstleistung oder Handwerkerleistung ist. Eine Inanspruchnahme ist außerdem möglich, wenn sich der eigenständige und abgeschlossene Haushalt in einem Heim oder Altenwohnstift befindet.

Die steuerliche Absetzbarkeit ist auf die folgenden 3 Höchstbeträge begrenzt:

Für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen, die in einem in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegenden Privathaushalt erbracht werden, ermäßigt sich die Einkommensteuer auf Antrag um folgende Beträge:

  • 20 Prozent der Aufwendungen für eine geringfügige Beschäftigung (sog. Mini-Jobs), höchstens 510 Euro,
  • 20 Prozent der Aufwendungen für andere haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen fremder Anbieter (z. B. Dienstleistungsagenturen), höchstens 4.000 Euro.

Für alle handwerklichen Tätigkeiten, die in einem in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt ausgeführt werden, ermäßigt sich die Einkommensteuer auf Antrag um 20 Prozent des gezahlten Rechnungsbetrags, soweit dieser auf Arbeits- und Fahrtkosten einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer entfällt, höchstens 1.200 Euro.

Die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen und für Handwerkerleistungen setzt voraus, dass der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt ist. Wohnungseigentümer bzw. Mieter können die Steuerermäßigung beanspruchen, sofern die auf den einzelnen Wohnungseigentümer bzw. Mieter entfallenden Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen sowie für Handwerkerleistungen entweder in der Jahresrechnung gesondert aufgeführt oder durch eine Bescheinigung des Vermieters oder Verwalters nachgewiesen sind (vgl. Muster einer derartigen Bescheinigung).

Die aktuelle Rechtslage haben wir für Sie in einer Broschüre zusammengestellt, die Sie sich als PDF-Datei downloaden oder über unseren Broschürenbestellservice in gedruckter Form zuschicken lassen können.

Bitte beachten Sie: In der Broschüre sind die Ausführungen in Tz. 1 b), letzter Aufzählungspunkt zwischenzeitlich überholt, da in allen noch offenen Fällen eine Steuerermäßigung für Schornsteinfegerleistungen wieder vollumfänglich gewährt werden kann (d. h. 20 Prozent der gesamten Aufwendungen, maximal 1.200 Euro). Das gilt sowohl für Aufwendungen für Mess- oder Überprüfarbeiten einschließlich der Feuerstättenschau, als auch für Aufwendungen für Reinigungs- und Kehrarbeiten sowie sonstige Handwerkerleistungen des Schornsteinfegers. Ergänzend zur Broschüre verweise ich zur weitergehenden Information auf die beispielhafte Aufzählung begünstigter und nicht begünstigter haushaltsnaher Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in tabellarischer Form sowie das bereits erwähnte Muster einer Bescheinigung für Vermieter und Verwalter.