Rentenbesteuerung

Die Rentenbesteuerung wurde durch das Alterseinkünftegesetz mit Wirkung vom 1. Januar 2005 reformiert. Danach steigt der Rentenbesteuerungsanteil schrittweise von 50 % (bei Rentenbeginn 2005 oder früher) auf 100 % (bei Rentenbeginn im Jahr 2040 oder später). Zum Ausgleich wird der Sonderausgabenabzug für entsprechende Beitragszahlungen nach und nach erhöht. Ab 2025 können diese dann zu 100 % steuerlich geltend gemacht werden.

Darüber hinaus sieht das Alterseinkünftegesetz vor, dass die Rentenversicherungsträger den Finanzämtern die Höhe der Rentenbezüge jährlich mitteilen. Diese Rentenbezugsmitteilungen sollen sicherstellen, dass tatsächlich auch alle Rentner mit steuerpflichtigen Renteneinkünften steuerlich erfasst werden. Dies ist ein Gebot der Gleichmäßigkeit der Besteuerung, dessen Beachtung das Bundesverfassungsgericht – wie zuvor schon bei den Kapitaleinkünften und den Spekulationseinkünften – eingefordert hat.

Rentner, die bisher noch keine Einkommensteuererklärung abgegeben haben, aber steuerpflichtige Einkünfte beziehen, können vom Finanzamt zur Abgabe von Einkommensteuererklärungen aufgefordert werden. Dies betrifft jedoch nicht alle Rentner, sondern nur solche, die mit ihren steuerpflichtigen Einkünften (zu denen neben dem steuerpflichtigen Teil der Rentenbezüge auch Mieteinnahmen, Kapitalerträge und dgl. gehören) den Grundfreibetrag (2019: 9.168 Euro, ab 2020: 9.408 Euro) überschreiten. Im Zweifel hilft ihnen das zuständige Finanzamt oder ein steuerlicher Berater bei der Feststellung, ob eine Einkommensteuererklärungspflicht besteht.

Weitergehende Informationen zur Rentenbesteuerung können Sie dem „Steuerwegweiser für den Ruhestand“ des Hessischen Ministeriums der Finanzen sowie den häufig gestellten Fragen entnehmen.

Häufig gestellte Fragen

Fragen rund um die Rentenbezugsmitteilungen

  1. Für welche Renten/Leistungen werden Rentenbezugsmitteilungen übermittelt?
  2. Gibt es für Renten aus dem Ausland eine Rentenbezugsmitteilung?
  3. Wie kann ich die Daten aus der Rentenbezugsmitteilung überprüfen, wenn ich vom Finanzamt angeschrieben werde?
  4. Wie wertet das Finanzamt die übermittelten Rentenbezugsmitteilungen aus?
  5. Was passiert, wenn die Auswertung der Rentenbezugsmitteilungen ergibt, dass ich eine Rente nicht oder zu niedrig erklärt habe?
  6. Was passiert, wenn die Auswertung der Rentenbezugsmitteilungen ergibt, dass ich bisher zu viel Steuern gezahlt habe?

Fragen zur Besteuerung

  1. Waren Renten immer steuerpflichtig?
  2. Welche Renten sind steuerfrei?
  3. Was bedeutet „nachgelagerte Besteuerung“?
  4. Welche Renten/Leistungen werden nachgelagert besteuert?
  5. Bleibt der steuerfreie Teil der Rente auf Dauer gleich?
  6. Wie werden Rentenerhöhungen (regelmäßige Rentenanpassungen) besteuert?
  7. Welcher Zeitpunkt ist für die Ermittlung des Besteuerungsanteils maßgebend?
  8. Wie wird meine Rente/Leistung aus einer privaten Rentenversicherung besteuert?
  9. Wie werden Erwerbsminderungsrenten besteuert?
  10. Wie werden Renten aus der betrieblichen Altersversorgung besteuert?
  11. Werden Renten aus der EU oder einem Drittland in Deutschland besteuert?
  12. Wie werden Beamtenpensionen und Betriebsrenten (Werkspensionen) seit dem Jahr 2005 besteuert?
  13. Muss ich die Einkünfte aus meinem Minijob neben der Rente versteuern?

Fragen zur Steuererklärung

  1. Muss ich als Rentner zwingend eine Steuererklärung abgeben?
  2. Ab welcher Rentenhöhe sind Steuern zu zahlen?
  3. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Steuern zahlen muss. Was kann ich tun?
  4. Ich habe für die vergangenen Jahre keine Steuererklärung abgegeben, obwohl ich hierzu verpflichtet gewesen wäre. Was muss ich tun?
  5. Wo muss ich meine Rente auf der Anlage R eintragen?
  6. Welchen Betrag aus dem Rentenbescheid muss ich in die Anlage R eintragen?
  7. Bis wann muss jährlich eine Steuererklärung abgegeben werden?
  8. Welche Steuervergünstigungen gibt es?

Der Steuerbescheid ist da, Was nun?

  1. Ich habe einen (geänderten) Steuerbescheid erhalten und bin damit nicht einverstanden? Was kann ich tun?

Hilfestellung/Tipps

  1. Wo erhalte ich weitere Informationen zum Thema Besteuerung von Renten?
  2. Ich habe eine Nichtveranlagungsbescheinigung, verliert diese nun ihre Gültigkeit?
  3. Welches Finanzamt ist für beschränkt steuerpflichtige Rentenempfänger zuständig?
  • 1. Für welche Renten/Leistungen werden Rentenbezugsmitteilungen übermittelt?

    Die Mitteilungspflichtigen (Rentenversicherungsträger und Versicherungsunternehmen) übermitteln für die Renteneinnahmen ab 2005 auf elektronischem Weg jährliche Rentenbezugsmitteilungen an die Finanzverwaltung. Dieses Mitteilungsverfahren erfolgt im Wesentlichen für

    • Renten und andere Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, landwirtschaftlichen Alterskassen und berufsständischen Versorgungseinrichtungen
    • Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung,
    • Leistungen aus einem Altersvorsorgevertrag („Riester-Vertrag“),
    • Renten aus privaten Rentenversicherungen (einschl. Rürup-Verträge).
  • 2. Gibt es für Renten aus dem Ausland eine Rentenbezugsmitteilung?

    Versicherungen und Rententräger mit Sitz im Ausland sind nur zur Übermittlung von Rentenbezugsmitteilungen verpflichtet, wenn sie zur Ausübung des Geschäftsbetriebs im Inland befugt sind.

  • 3. Wie kann ich die Daten aus der Rentenbezugsmitteilung überprüfen, wenn ich vom Finanzamt angeschrieben werde?

    Sie können die vom Finanzamt mitgeteilten Daten mit den Angaben in Ihrem Rentenbescheid oder Ihrer Bescheinigung über die Rentenhöhe (siehe Frage 25) vergleichen. Bitte beachten Sie dabei Änderungen der Rentenhöhe, die im Laufe des Jahres eingetreten sind. Einbehaltene Krankenversicherungsbeiträge mindern die Rente aus steuerlicher Sicht nichtkönnen aber bei der Einkommensteuerveranlagung als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

    Auf Wunsch wird die Höhe der Rente durch die Deutsche Rentenversicherung bescheinigt. Wer die Bescheinigung einmal beantragt hat, erhält sie fortan jährlich automatisch von der Rentenversicherung zugesandt.

    Für Renten aus betrieblicher Zusatzversorgung oder aus geförderter privater Altersvorsorge („Riester-Renten“) erhalten Sie vom Rententräger eine Leistungsmitteilung zu Beginn der Auszahlung und bei jeder Änderung der Rentenhöhe.

  • 4. Wie wertet das Finanzamt die übermittelten Rentenbezugsmitteilungen aus?

    Rentenbezugsmitteilungen werden grundsätzlich im Rahmen der Bearbeitung der Einkommensteuererklärung berücksichtigt. Sofern erstmalige oder berichtigte Rentenbezugsmitteilungen erst nach Bearbeitung der Einkommensteuererklärung eingehen bzw. keine Einkommensteuererklärung abgegeben wurde, können diese „offenen“ Rentenbezugsmitteilungen auch noch zu einem späteren Zeitpunkt durch die Finanzverwaltung ausgewertet werden.

  • 5. Was passiert, wenn die Auswertung der Rentenbezugsmitteilungen ergibt, dass ich eine Rente nicht oder zu niedrig erklärt habe?

    Das Finanzamt wird in diesem Fall prüfen, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Änderung der bisherigen Steuerfestsetzung erfüllt sind bzw. ob bei Nichtabgabe einer Steuererklärung die Voraussetzungen für eine Erklärungspflicht bestehen und sich ggf. mit Ihnen in Verbindung setzen.

    Strafrechtliche Konsequenzen können sich ergeben, wenn Sie vorsätzlich oder grob fahrlässig unrichtige Angaben in Ihrer Steuererklärung gemacht oder diese unterlassen haben.

    Erkennen Sie nach Abgabe Ihrer Einkommensteuererklärung, dass diese fehlerhaft ist und die Einkommensteuer dadurch zu niedrig festgesetzt wurde oder werden könnte, müssen Sie dem Finanzamt unverzüglich die zutreffenden Angaben mitteilen.

  • 6. Was passiert, wenn die Auswertung der Rentenbezugsmitteilungen ergibt, dass ich bisher zu viel Steuern gezahlt habe?

    Das Finanzamt wird auch in diesem Fall prüfen, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Änderung der bisherigen Steuerfestsetzung - und damit für eine Erstattung zu viel gezahlter Steuern - erfüllt sind.

    Die nachträgliche Änderung einer Steuerfestsetzung setzt voraus, dass eine gesetzliche Änderungsvorschrift eingreift. Änderungsvorschriften greifen beispielsweise bei Schreib- oder Rechenfehlern, aber auch wenn nachträglich Tatsachen bekannt werden, deren Berücksichtigung zu einer niedrigeren Steuer führen würde.

    Die nachträgliche Berücksichtigung neuer Tatsachen oder Beweismittel zu Minderung der festgesetzten Steuer ist nur zulässig, wenn Sie kein grobes Verschulden daran trifft, dass diese Tatsachen oder Beweismittel dem Finanzamt bisher nicht bekannt waren (§ 173 der Abgabenordnung). Dabei sind Ihre persönlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu berücksichtigen. Ob ein grobes Verschulden vorliegt, kann daher nur im Einzelfall entschieden werden.

  • 7. Waren Renten immer steuerpflichtig?

    Entgegen weit verbreiteter Meinung sind Renten seit jeher grundsätzlich einkommensteuerpflichtig. Bis 2004 unterlagen beispielsweise Altersrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung nur mit einem gewissen Prozentsatz - dem sogenannten Ertragsanteil - der Besteuerung. Dieser Besteuerungsanteil war so gering, dass aufgrund von tariflichen und persönlichen Freibeträgen bislang häufig keine Steuer anfiel. Dies betraf hauptsächlich die Fälle, in denen ausschließlich Renteneinkünfte bezogen wurden. Kamen jedoch noch andere - voll steuerpflichtige - Einkünfte (z. B. Arbeitslohn, Versorgungsbezüge, Zinsen, Mieteinnahmen) hinzu, ergab sich u. U. auch bei Rentnern eine Steuerbelastung. Mit dem Alterseinkünftegesetz ist zum 01.01.2005 der steuerpflichtige Anteil der Rente von bisher im Schnitt 27 % bis 31 % auf 50 % angestiegen.

  • 8. Welche Renten sind steuerfrei?

    Weiterhin steuerfrei sind u. a. Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung (z.B. Berufsgenossenschaftsrenten), gesetzliche Bezüge der in einem Wehrdienst, Freiwilligendienst, Zivildienst oder im Krieg Beschädigten, Renten zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts sowie Sachleistungen und bestimmte Kinderzuschüsse aus den gesetzlichen Rentenversicherungen bzw. der landwirtschaftlichen Alterskasse.

    Kinderzuschüsse aus den berufsständischen Versorgungseinrichtungen unterliegen hingegen der Besteuerung.

  • 9. Was bedeutet „nachgelagerte Besteuerung“?

    Hintergrund für die Besteuerung der Renten ist, dass ein Großteil der erbrachten Versicherungsbeiträge während der Beitragszahlungsdauer steuerfrei gestellt war. So wird der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung ausschließlich steuerfrei erbracht und hat zur Hälfte zum Erwerb der derzeitigen Rentenansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung beigetragen. Mit dem Sonderausgabenabzug für Vorsorgeaufwendungen wurden bereits bisher die Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken in erheblichem Umfang steuerfrei gestellt. Renten werden daher seit 2005 „nachgelagert“ besteuert. Nachgelagerte Besteuerung erfolgt nach dem Prinzip: Was in der Beitragsphase steuerfrei geblieben ist, wird beim Zufluss der Rente grundsätzlich steuerpflichtig. Ob tatsächlich eine Steuerbelastung eintritt, hängt davon ab, ob die steuerpflichtigen Einkünfte die allgemeinen und persönlichen Freibeträge, z.B. den Grundfreibetrag zur Steuerfreistellung des persönlichen Existenzminimums, übersteigen.

  • 10. Welche Renten/Leistungen werden nachgelagert besteuert?

    Von der Neuregelung umfasst werden Leibrenten (Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten, Witwen- oder Waisenrenten) und andere Leistungen (z.B. auch Kapitalauszahlungen) aus

    • den gesetzlichen Rentenversicherungen
    • den landwirtschaftlichen Alterskassen
    • den berufsständischen Versorgungseinrichtungen
    • sog. Basisrenten („Rürup-Renten“).

    Die Höhe des Besteuerungsanteils bestimmt sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Bezieht jemand beispielsweise seit 2005 oder früher die Rente, beträgt der Besteuerungsanteil 50% der Rente. Ab 2006 steigt dieser Prozentsatz für jeden neu hinzukommenden Rentenjahrgang jährlich um zwei Prozentpunkte, sodass bei einem Rentenbeginn im Jahr 2020 80% der Rente der Besteuerung unterliegen. Von 2020 bis 2040 steigt der steuerpflichtige Anteil dann um jeweils einen Prozentpunkt, sodass ab dem Jahr 2040 beginnende Renten zu 100% besteuert werden.

  • 11. Bleibt der steuerfreie Teil der Rente auf Dauer gleich?

    Grundsätzlich ja. In dem Jahr, das dem Rentenbeginn folgt, wird ein Rentenfreibetrag ermittelt. Dieser wird für die gesamte Laufzeit des Rentenbezugs beibehalten. Nur bei unregelmäßigen Rentenanpassungen (z.B. bei der Anrechnung anderer Einkünfte auf die Rente, Rentennachzahlungen, Wechsel von einer Teilrente zu einer Vollrente) wird der steuerfreie Teil neu ermittelt.

  • 12. Wie werden Rentenerhöhungen (regelmäßige Rentenanpassungen) besteuert?

    Rentenanpassungsbeträge unterliegen in vollem Umfang der Besteuerung. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden regelmäßig zum 1. Juli eines Jahres angepasst. Soweit sich durch Rentenerhöhungen der Jahresbetrag der Rente erhöht hat, sind die darauf entfallenden Anpassungsbeträge in vollem Umfang steuerpflichtig.

  • 13. Welcher Zeitpunkt ist für die Ermittlung des Besteuerungsanteils maßgebend?

    Maßgeblich ist der Zeitpunkt, ab dem die Rente (ggf. durch rückwirkende Zubilligung) erstmals bewilligt wird. Auf den Zeitpunkt des Rentenantrags oder der Zahlung der ersten Rente kommt es nicht an. Steuerlich erfasst wird die Rentenzahlung allerdings erst im Jahr der tatsächlichen Auszahlung. Dies gilt auch für eine eventuelle Rentennachzahlung. Besonderheiten gelten in Fällen, in denen Rentennachzahlungen mit in früheren Jahren gezahlten Sozialleistungen verrechnet werden.

  • 14. Wie wird meine Rente/Leistung aus einer privaten Rentenversicherung besteuert?

    Bei einer lebenslangen Leibrente aus einer privaten Rentenversicherung (kein Rürup-Vertrag) richtet sich die Besteuerung nach dem bei Beginn der Rente vollendeten Lebensjahr. Diese Rente wird weiterhin mit dem sog. Ertragsanteil besteuert. Beginnt die Auszahlung der Rente beispielsweise mit dem 65. Lebensjahr, beträgt der Ertragsanteil 18%.

    Wenn statt einer Rente nach Ablauf einer Vertragslaufzeit von 12 Jahren die Kapitalauszahlung gewählt wird, unterliegt diese grundsätzlich nicht der Besteuerung. Für ab dem Jahr 2005 neu abgeschlossene Versicherungsverträge gilt dies nicht mehr. Steuerpflichtiger Ertrag ist der Unterschiedsbetrag zwischen der Versicherungsleistung und der Summe der Versicherungsbeiträge. Der Unterschiedsbetrag wird nur zur Hälfte der Besteuerung unterworfen, wenn der Vertrag eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahren hat und die Auszahlung erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres (bei Vertragsabschlüssen nach dem 31. Dezember 2011: nach Vollendung des 62. Lebensjahrs) erfolgt.

  • 15. Wie werden Erwerbsminderungsrenten besteuert?

    Seit 2005 richtet sich der Besteuerungsanteil der Erwerbsminderungsrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus landwirtschaftlichen Alterskassen oder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung nach denselben Grundsätzen, wie sie bei Altersrenten gelten. Da alle diese Renten auf denselben, teils steuerunbelasteten Beiträgen beruhen, unterliegen sie zu mindestens 50% (siehe auch Frage 10) der Besteuerung.

    Erwerbsminderungsrenten aus privaten Versicherungsverträgen sind – wie bisher – weiterhin nur mit einem besonderen Ertragsanteil zu versteuern, der sich nach der voraussichtlichen Laufzeit der Rente richtet.

  • 16. Wie werden Renten aus der betrieblichen Altersversorgung besteuert?

    Zusatzrenten aus der betrieblichen Altersversorgung werden teilweise nicht durch den Arbeitgeber selbst gewährt und damit nicht auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen, sondern durch Pensionskassen, Pensionsfonds oder ein Versicherungsunternehmen, mit dem der Arbeitgeber zugunsten des Arbeitnehmers einen Direktversicherungsvertrag abgeschlossen hat, geleistet. Die Besteuerung der Leistungen erfolgt stets nach § 22 Nr. 5 EStG. Soweit die Beiträge zur Altersversorgung in der Ansparphase (ggf. durch Riester-Förderung) steuerfrei gestellt wurden, unterliegen die Leistungen in der Auszahlungsphase in vollem Umfang der Besteuerung. Leistungen, die auf nicht geförderten Beiträgen beruhen, werden in der Regel mit dem so genannten Ertragsanteil steuerpflichtig, dessen Höhe sich nach dem bei Beginn der Rente vollendeten Lebensjahr richtet. Der Versorgungsträger bescheinigt die Leistungen und deren steuerliche Behandlung zu Beginn der Auszahlung oder bei einer Änderung der Leistungshöhe in einer Leistungsmitteilung.

  • 17. Werden Renten aus der EU oder einem Drittland in Deutschland besteuert?

    Ob Renten aus der EU oder einem Drittland bei einem unbeschränkt steuerpflichtigen Rentner in Deutschland zu versteuern sind oder ggf. bei der Bemessung des Einkommensteuersatzes (sog. Progressionsvorbehalt) zu berücksichtigen sind, richtet sich nach dem entsprechenden Doppelbesteuerungsabkommen. Stammt die Rente aus einem Staat, mit dem Deutschland kein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat, ist die Rente in Deutschland zu versteuern. Ausführliche Informationen zur Zuweisung des Besteuerungsrechtes und zur Anrechnung ausländischer Steuern erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt.

  • 18. Wie werden Beamtenpensionen und Betriebsrenten (Werkspensionen) seit dem Jahr 2005 besteuert?

    Bei der Besteuerung von Versorgungsbezügen (Beamtenpensionen, Betriebsrenten, Werkspensionen), die auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen sind, hat sich für die meisten Versorgungsempfänger im Ergebnis kaum etwas geändert. Die Versorgungsbezüge unterliegen seit jeher dem Lohnsteuerabzug. Der bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtigte Versorgungsfreibetrag beträgt für Versorgungsempfänger mit Versorgungsbeginn bis zum Jahr 2005 weiterhin 40% der Versorgungsbezüge und wird auf 3.000 € begrenzt. Anstelle des Arbeitnehmer-Pauschbetrags wird seit 2005 ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag von 900 € und ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € berücksichtigt. Der einmal ermittelte Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag werden festgeschrieben und gelten grundsätzlich für die folgenden Jahre in gleicher Höhe weiter.

    Für Versorgungsbezüge, die in späteren Jahren beginnen, werden der Versorgungsfreibetrag (hinsichtlich Prozentsatz und Höchstbetrag) und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag schrittweise abgeschmolzen, je später die Versorgung beginnt:

    Versorgungsbezüge
    Jahr des Versorgungsbeginns Versorgungsfreibetrag in % der Versorgungsbezüge Versorgungsfreibetrag Höchstbetrag in Euro Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag
    bis 2005 40,0 3.000 900
    ab 2006 38,4 2.880 864
    2007 36,8 2.760 828
    2008 35,2 2.640 792
    2009 33,6 2.520 756
    2010 32,0

    2.400

    720

    2011 30,4 2.280 684
    2012 28,8 2.160 648
    2013 27,2 2.040 612
    2014 25,6 1.920 576
    2015 24,0 1.800 540
    2016 22,4 1.680 504
    2017 20,8 1.560 468
    2018 19,2 1.440 432
    2019 17,6 1.320 396
    2020 16,0 1.200 360

    Bis zu einem Versorgungsbeginn ab dem Jahr 2040 wird so der Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag auf 0 € abgeschmolzen, mit der Folge, dass dann sowohl Versorgungsbezüge als auch gesetzliche Renten (siehe Tz. 2.4) zu 100% nachgelagert besteuert werden.

  • 19. Muss ich die Einkünfte aus meinem Minijob neben der Rente versteuern?

    Bei einem Minijob zahlt der Arbeitgeber i. d. R neben den Sozialversicherungsabgaben auch die pauschale Lohnsteuer (in Höhe von 2 % bzw. 20 %). In diesem Fall müssen die Einnahmen aus dem Minijob bei der Steuererklärung nicht angegeben werden. Anders verhält es sich, wenn der Arbeitgeber individuell über die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) abrechnet.

    Dann fällt zwar je nach Steuerklasse ggf. monatlich keine Lohnsteuer an, die Einnahmen sind aber bei der Steuererklärung in der Anlage N anzugeben. Sie führen zusammen mit Renteneinkünften ggf. zu einer Besteuerung.

  • 20. Muss ich als Rentner zwingend eine Steuererklärung abgeben?

    Grundsätzlich muss jeder Steuerbürger, der mit seinen steuerpflichtigen Einkünften über dem Grundfreibetrag (2019: 9.168 €, ab 2020: 9.408 €) liegt oder vom FA dazu aufgefordert wird, eine Steuererklärung abgeben. Bei einem Rentenempfänger ergibt sich eine Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung, wenn er mit dem steuerpflichtigen Teil seiner Rente zzgl. ggf. weiterer Einkünfte über dem Grundfreibetrag liegt. Weitere Einkünfte sind z.B. Pensionen, Mieteinkünfte oder Einkünfte aus Kapitalvermögen (z.B. Zinsen), soweit sie nicht der Abgeltungsteuer unterlegen haben.

    Wurde von den Einnahmen Lohnsteuer einbehalten (z.B. Beamten- oder Werkspension), ist eine Steuererklärung abzugeben, wenn daneben weitere Einkünfte erzielt wurden, die 410 € jährlich übersteigen. Erfolgte ein Lohnsteuerabzug nach Steuerklasse V oder VI oder wurde ein Freibetrag als persönliches Lohnsteuerabzugsmerkmal berücksichtigt, ist ebenfalls eine Steuererklärung abzugeben.

    Die Abgabe einer Steuererklärung führt allerdings nicht zwangsläufig zu einer Festsetzung von Einkommensteuer. Tarifliche und persönliche Freibeträge können die Steuer bis auf 0 Euro reduzieren.

  • 21. Ab welcher Rentenhöhe sind Steuern zu zahlen?

    Sie beziehen nur Ihre gesetzliche Rente.

    Nach einer vereinfachten Modellrechnung bleiben im Veranlagungsjahr 2019 in Deutschland ansässige Rentenempfänger mit Rentenbeginn zum 01.01.2019 steuerunbelastet, wenn sie ausschließlich eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der Alterssicherung der Landwirte oder berufsständischen Versorgungseinrichtungen bis zu einer Höhe von 13.758 €/Jahr (entspricht 1.125 €/Monat im 1. Halbjahr und 1.168 €/Monat im 2. Halbjahr) bei Alleinstehenden beziehen.

    Beispiel:

    Bei einer Jahresbruttorente von 13.758 € im Veranlagungszeitraum 2019 eines allein stehenden Rentners ohne andere Einkünfte (Rentenbeginn 01.01.2019) ergibt sich folgende Berechnung des zu versteuernden Einkommens:

    Brutto-Rente 13.758 €
    davon steuerpflichtiger Anteil 78 % 10.731 €
    abzüglich Werbungskosten-Pauschbetrag 102 €
    abzüglich Sonderausgaben-Pauschbetrag 36 €
    abzüglich Vorsorgeaufwendungen 1.425 €
    ergibt zu versteuerndes Einkommen 9.168 €

     

    Da der Grundfreibetrag im Jahr 2019 genau 9.168 € beträgt, ist keine Einkommensteuer festzusetzen. Für Verheiratete verdoppeln sich die o. g. Beträge.

    Bei früherem Rentenbeginn sinkt der steuerpflichtige Teil der Rente, daher tritt im Veranlagungszeitraum 2019 erst bei etwas höheren Renteneinnahmen eine Steuerbelastung ein:

    Jahr des Rentenbeginns Steuerbelastete Rentenzahlungen bei alleinstehenden Rentnern in EUR Steuerbelastete Rentenzahlungen bei verheirateten Rentnern in EUR
    2005 ca. 1.464 mtl./17.578 jährl. ca. 2.929 mtl./35.156 jährl.
    2006 ca. 1.427 mtl./17.132 jährl. ca. 2.855 mtl./34.264 jährl.
    2007 ca. 1.397 mtl./16.764 jährl. ca. 2.794 mtl./33.528 jährl.
    2008 ca. 1.378 mtl./16.541 jährl. ca. 2.756 mtl./33.082 jährl.
    2009 ca. 1.354 mtl./16.255 jährl. ca. 2.709 mtl./32.510 jährl.
    2010 ca. 1.322 mtl./15.871 jährl. ca. 2.645 mtl./31.742 jährl.
    2011 ca. 1.298 mtl./15.585 jährl. ca. 2.597 mtl./31.170 jährl.
    2012 ca. 1.282 mtl./15.384 jährl. ca. 2.564 mtl./30.768 jährl.
    2013 ca. 1.264 mtl./15.176 jährl.

    ca. 2.529 mtl./30.352 jährl.

    2014 ca. 1.244 mtl./14.935 jährl. ca. 2.489 mtl./29.870 jährl.
    2015 ca. 1.232 mtl./14.788 jährl. ca. 2.464 mtl./29.576 jährl.
    2016 ca. 1.220 mtl./14.648 jährl. ca. 2.441 mtl./29.296 jährl.
    2017 ca. 1.201 mtl./14.416 jährl. ca. 2.402 mtl./28.832 jährl.
    2018 ca. 1.181 mtl./14.177 jährl. ca. 2.362 mtl./28.354 jährl.

    Wegen der Besteuerung von im Ausland ansässigen Rentnern wird auf die Ausführungen zu Frage 31 hingewiesen.

    Sie oder Ihr Ehegatte erzielen neben Ihrer Rente weitere Einkünfte.

    Wenn Sie oder Ihr Ehegatte zusätzlich zur Rente z. B. Lohneinkünfte, Beamtenpensionen, Betriebsrenten (Werkspensionen), Mieteinkünfte oder Einkünfte aus Kapitalvermögen (z. B. Zinsen) - soweit sie nicht der Abgeltungssteuer unterlegen haben - beziehen, können Steuern auch dann anfallen, wenn die Rente niedriger ist als die im Absatz zuvor genannten Beträge.

    Da es auf die Höhe Ihrer Einkünfte insgesamt ankommt und die Ermittlung dieser Einkünfte - je nach Einkunftsart - sehr unterschiedlich ist, kann diese Frage nicht pauschal beantwortet werden. Bei Zweifelsfragen sollten Sie weitere Informationen einholen (z. B. beim Finanzamt oder einem steuerlichen Berater).

  • 22. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Steuern zahlen muss. Was kann ich tun?

    Auf der Internetseite des Bayrischen Landesamtes für Steuern steht Ihnen ein Alterseinkünfte-Rechner zur Verfügung. Damit können Sie Ihre Einkommensteuer für die Jahre ab 2005 überschlägig ermitteln und sich so einen Überblick über Ihre steuerliche Situation verschaffen. Diese Berechnungshilfe kann im Einzelfall allerdings eine individuelle steuerliche Beratung nicht ersetzen. Sollten noch Fragen offenbleiben, wenden Sie sich an Ihr zuständiges Finanzamt oder einen steuerlichen Berater.

  • 23. Ich habe für die vergangenen Jahre keine Steuererklärung abgegeben, obwohl ich hierzu verpflichtet gewesen wäre. Was muss ich tun?

    Wenn Sie erkennen, dass Sie für die Vergangenheit Einkommensteuererklärungen hätten abgeben müssen, sind Sie verpflichtet, dies unverzüglich nachzuholen. Das zuständige Finanzamt kann Ihnen mitteilen, für welche zurückliegenden Kalenderjahre Sie ggf. weitere Steuererklärungen abzugeben haben.

    Sollten Sie vorsätzlich die erforderlichen Steuererklärungen nicht abgegeben haben, tritt dennoch unter bestimmten Voraussetzungen Straffreiheit ein, wenn Sie für die zurückliegenden Jahre die Steuererklärungen nachreichen und die festgesetzte Steuer entrichten. Eine vorherige Kontaktaufnahme mit einem steuerlichen Berater wäre in diesem Fall allerdings zu empfehlen.

  • 24. Wo muss ich meine Rente auf der Anlage R eintragen?

    • Renten und andere Leistungen aus gesetzlichen Rentenversicherungen, landwirtschaftlichen Alterskasse, berufsständischen Versorgungseinrichtungen und sog. Basisrenten sind auf der Anlage R auf der Vorderseite, oberer Teil einzutragen.
    • Für Leistungen aus Lohneinkünften, Beamtenpensionen, Betriebsrenten (Werkspensionen) und andere Versorgungsbezüge wird eine Lohnsteuerbescheinigung ausgestellt. Die Beträge sind auf der Anlage N einzutragen.
    • Leistungen aus privaten Rentenversicherungen (ohne Basisrenten) sind auf der Anlage R, Vorderseite, unterer Teil einzutragen.
    • Für Leistungen aus Direktversicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung und Auszahlungen aus einem privaten Riester-Vertrag erhalten Sie zu Beginn des Leistungsbezugs oder bei Änderung der Leistungshöhe eine Leistungsmitteilung. Die Beträge sind auf der Rückseite der Anlage R einzutragen.

    Zahlreiche Daten über Ihre Besteuerungsgrundlagen (z. B. Versorgungsbezüge und die zugehörigen Lohnsteuerabzugsbeträge, Renten, bestimmte Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, etc.), die Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung bislang angegeben haben, liegen der Finanzverwaltung aufgrund entsprechender elektronischer Datenübermittlungen der mitteilungspflichtigen Stellen bereits vor (sog. eDaten).

    Ab dem Veranlagungszeitraum 2019 verzichtet die Finanzverwaltung auf die Angabe dieser eDaten in Ihrer Einkommensteuererklärung. Die Erstellung der Steuererklärung wird dadurch wesentlich erleichtert. Weitere Informationen können Sie der Anleitung zur Einkommensteuererklärung entnehmen.

  • 25. Welchen Betrag aus dem Rentenbescheid muss ich in die Anlage R eintragen?

    Es ist stets der aus der Mitteilung des Rentenversicherungsträgers zu errechnende Jahresbruttobetrag der Rente einzutragen, der in der Regel nicht mit dem ausgezahlten Betrag identisch ist. Bei Auszahlung der Rente einbehaltene eigene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gehören zum einzutragenden Jahresbruttobetrag. Diese können aber in der Anlage Vorsorgeaufwand steuermindernd als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

    Da es schwierig sein kann, allein aus den jährlichen Anpassungsmitteilungen der gesetzlichen Rentenversicherungsträger die zum Ausfüllen der Erklärung notwendigen Daten zu ermitteln, stellen die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung auf einmaligen Antrag eine Bescheinigung für steuerliche Zwecke über die jährlich erhaltenen Rentenbeträge aus. Wer die Bescheinigung einmal beantragt hat, erhält sie fortan automatisch von der Rentenversicherung zugesandt.

  • 26. Bis wann muss jährlich eine Steuererklärung abgegeben werden?

    Wenn Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, ist diese grundsätzlich bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt einzureichen. Sollten Sie steuerlich beraten sein, wird die Frist allgemein bis zum 28. Februar des darauffolgenden Jahres verlängert.

  • 27. Welche Steuervergünstigungen gibt es?

    Bestimmte Kosten der privaten Lebensführung können als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden.

    Als Sonderausgaben sind - im Rahmen der gesetzlichen Höchstbeträge – zum Beispiel abziehbar

    • der Eigenanteil zur Kranken- und Pflegeversicherung
    • Beiträge zur Haftpflichtversicherung
    • die gezahlte Kirchensteuer/das gezahlte Kirchgeld, soweit sie nicht als Zuschlag zur Kapitalertragsteuer / Abgeltungsteuer gezahlt wurde
    • Zuwendungen (Spenden) für steuerbegünstigte Zwecke
    • Beiträge an politische Parteien.

    Als außergewöhnliche Belastungen werden zum Beispiel berücksichtigt:

    • Pauschbetrag für behinderte Menschen ab einem Behinderungsgrad von 50 % (unter bestimmten Voraussetzungen bereits ab 25 %)
    • Aufwendungen für eine Heimunterbringung wegen Pflegebedürftigkeit
    • Krankheitskosten, soweit eine ärztliche Verordnung vorliegt
    • Beerdigungskosten, soweit der Nachlass nicht ausreicht, die Aufwendungen zu bezahlen,

    wenn diese Aufwendungen nicht durch Leistungen Dritter, z. B. eine Versicherung, ersetzt werden und soweit sie einen bestimmten Prozentsatz der eigenen Einkünfte – die zumutbare Belastung – übersteigen.

    Darüber hinaus kommen Steuerermäßigungen bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in Betracht, soweit sie in Ihrem eigenen Haushalt ausgeübt werden. Nähere Erläuterungen können Sie der Broschüre „Steuerwegweiser für den Ruhestand“ (siehe Frage 29) welche auf dieser Seite zum Download angeboten wird, und der Anleitung zur Steuererklärung entnehmen.

  • 28. Ich habe einen (geänderten) Steuerbescheid erhalten und bin damit nicht einverstanden? Was kann ich tun?

    Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Finanzamt. Sie haben die Möglichkeit, innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheides schriftlich oder elektronisch Einspruch gegen die Steuerfestsetzung einzulegen. Bitte beachten Sie: Durch einen Einspruch ergibt sich kein Zahlungsaufschub. Im Einspruchsverfahren können Sie für strittige Steuerbeträge die Aussetzung der Vollziehung beantragen, damit die Fälligkeit der Steuernachforderung ausgesetzt wird.

  • 29. Wo erhalte ich weitere Informationen zum Thema Besteuerung von Renten?

    Bitte sprechen Sie bei weiteren Fragen Ihr Finanzamt oder steuerlichen Berater an. Sämtliche Finanzämter in Hessen sind mit einer Finanzservicestelle ausgestattet.

    Sollten Sie keine einzelfallbezogenen Fragen haben, können Sie sich außerdem an Hessens Servicehotline für allgemeine Steuerfragen wenden. Diese erreichen Sie montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr kostenfrei unter 0800 522 5335.

    Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie außerdem in den Broschüren:

  • 30. Ich habe eine Nichtveranlagungsbescheinigung, verliert diese nun ihre Gültigkeit?

    Nein. Ihre Nichtveranlagungsbescheinigung ist grundsätzlich weiterhin gütig. Sollte nach erneuter Überprüfung des Finanzamtes eine Veranlagung zur Einkommensteuer erforderlich sein, wird das Finanzamt die Nichtveranlagungsbescheinigung widerrufen und Sie zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern. Sofern Sie selbst feststellen, dass durch eine Änderung der Einkommensverhältnisse die Voraussetzungen für die Erteilung einer Nichtveranlagungsbescheinigung nachträglich entfallen sind, geben Sie bitte die Bescheinigung an das zuständige Finanzamt zurück.

  • 31. Welches Finanzamt ist für beschränkt steuerpflichtige Rentenempfänger zuständig?

    Das Finanzamt Neubrandenburg ist seit dem 01.01.2009 für die Besteuerung der beschränkt steuerpflichtigen Rentenempfänger zuständig, die ausschließlich mit Renteneinkünften zu veranlagen sind.

    Beschränkt einkommensteuerpflichtig sind Sie, wenn Sie in Deutschland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, mit Ihren inländischen Einkünften, die von der gesetzlichen Rentenversicherung, landwirtschaftlichen Alterskasse und berufsständischen Versorgungseinrichtungen geleistet werden, sowie mit Renten, die von inländischen Versicherungsunternehmen oder Zahlstellen gewährt werden. Seit 2009 erstreckt sich die beschränkte Steuerpflicht auch auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung (Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen) und seit 2010 auch auf Leistungen aus privaten Altersvorsorgeverträgen („Riester-Verträge“). Daneben können auch weitere inländische Einkünfte aus anderen Einkunftsarten der beschränkten Steuerpflicht unterliegen.

    Auch wenn eine beschränkte Einkommensteuerpflicht dem Grunde nach besteht, bedeutet dies nicht, dass Sie in Deutschland Steuern zahlen müssen. Es hängt von den zwischenstaatlichen Vereinbarungen (sog. Doppelbesteuerungsabkommen) ab, welchem Staat das Besteuerungsrecht zusteht. Im Zweifelsfall sollten Sie sich beim Finanzamt Neubrandenburg erkundigen, ob Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen.

    Schriftverkehr richten Sie bitte an:

    Finanzamt Neubrandenburg (RiA), Postfach 110140, 17041 Neubrandenburg

    Telefonische Auskünfte erhalten Sie unter der Telefonnummer 0395/44222-47000 beim Finanzamt Neubrandenburg.

    Auf der Internet-Seite des Finanzamts Neubrandenburg unter www.finanzamt-rente-im-ausland.de erhalten Sie weitere ausführliche Informationen und können hier unter der Rubrik „Wir über uns/Kontakt“ auch per E-Mail mit dem Finanzamt Neubrandenburg kommunizieren.

  • Download
    Steuerwegweiser für den Ruhestand

    Informationen zur Besteuerung von Versorgungsleistungen

    PDF | 222 kB | März 2019 | Herausgeber: Hessisches Ministerium der Finanzen