Luftrettung - Rettungshubschrauber

Logo des Landes Hessen Luftrettung in Hessen © Land Hessen

Aufgaben der Luftrettung

Die Luftrettung ist als ergänzende und unterstützende Einrichtung zur Boden-, Wasser- oder Bergrettung zu verstehen und wird beim Regierungspräsidium Gießen im Dezernat 22 organisiert. Ein wesentliches Merkmal der Luftrettung ist die bereichs- und länderübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Rettungsdienstträgern.

Für das Land als Träger der Luftrettung stellt das gesamte Gebiet Hessens den zu versorgenden Rettungsdienstbereich dar. Die Luftrettung wird nur im Rahmen der Notfallversorgung durchgeführt. Vorrangiges Ziel der Notfallversorgung ist die schnelle Heranführung des Notarztes und des medizinischen Equipments. Ferner ist die Transportfähigkeit des Patienten herzustellen und ggf. der Transport in eine geeignete Behandlungseinrichtung durchzuführen. Hierzu zählen neben der Notfallrettung auch die arztbegleiteten Verlegungstransporte zwischen den Kliniken.

 

Einsatz des Rettungshubschraubers (RTH)

Der Einsatzauftrag der Rettungshubschrauber ergibt sich durch seine Anforderung als Notarztsystem (Notarztindikation muss vorliegen), wenn

das ansonsten zuständige Notarztsystem nicht verfügbar ist,
ohne den Einsatz des RTH die definierte Hilfsfrist nicht eingehalten werden kann,
durch den Einsatz des RTH die Eintreffzeit des Notarztes erheblich verkürzt wird,

Daneben wird der Rettungshubschrauber eingesetzt, wenn

ohne RTH die Rettung aus besonderen Gefahrenlagen nicht möglich ist,
Medikamente, Blutkonserven oder Organe zu transportieren sind,
zur Versorgung des Notfallpatienten ein Suchflug erforderlich ist,
der Transport von speziellem Personal nicht anderweitig sichergestellt werden kann.

Der Rettungshubschrauber ist über die Standortleitstelle anzufordern. Sein Einsatzradius ist auf 60 km festgelegt, wobei grundsätzlich der zeitlich zum Einsatzort nächst gelegene Rettungshubschrauber einzusetzen ist.

Bei Abwesenheit des Rettungshubschraubers kann der nächststehende Intensivtransporthubschrauber über die Koordinierungsstelle für Sekundärtransporte Hessen bei der Branddirektion Frankfurt am Main angefordert werden.

 

Einsatz des Intensivtransporthubschraubers (ITH)

Zu Verlegungstransporten bereits klinisch versorgter Patienten, die beim Transport einer intensiv-medizinischen Überwachung bedürfen, werden grundsätzlich die Rettungstransporthubschrauber eingesetzt. Die Intensivtransporthubschrauber kommen dann zum Einsatz, wenn

die Distanz zwischen abgebendem und aufnehmendem Krankenhaus 100 km übersteigt,
die Gesamtabwesenheitsdauer des RTH voraussichtlich 2 Stunden übersteigen würde,
eine medizinische oder technische Ausstattung bzw. ärztliche Versorgung erforderlich ist, die über die Ausstattung des Rettungshubschraubers hinausgeht.

Ambulanzflugzeuge können eingesetzt werden, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll ist.

 

Aufgaben des Regierungspräsidiums Gießen - Dezernat 22 Luftrettung

Das Regierungspräsidium Gießen ist die Aufsichtsbehörde für die Luftrettung in Hessen und erstellt den Fachplan Luftrettung. Dieser legt die Vorgaben an die Luftrettungsmittel und die Leistungserbringer sowie die Standorte fest. Neben der Wahrnehmung konzeptioneller und planerischer Grundsatzaufgaben in Abstimmung mit dem Hessischen Sozialministerium regelt das Regierungspräsidium Gießen die sich aus der praktischen Einsatzdurchführung ergebenden Probleme.
 
Weiterhin ist das Regierungspräsidium Gießen für die Verwaltung und Finanzierung der RTH-Standorte Frankfurt und Kassel verantwortlich; hierzu zählt auch die Einsatzabrechnung dieser beiden Stationen.