Kirchensteuer


Kirchensteuer

Kirchensteuerpflicht Angehörige von Religionsgemeinschaften mit dem Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts unterliegen grundsätzlich der Kirchensteuerpflicht nach dem...

Leistungsbeschreibung

Kirchensteuerpflicht
Angehörige von Religionsgemeinschaften mit dem Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts unterliegen grundsätzlich der Kirchensteuerpflicht nach dem Hessischen Kirchensteuergesetz, wenn sie in Hessen ihren Wohnsitz haben. Jede Religionsgemeinschaft entscheidet selbst, ob sie von Ihrem Recht auf Kirchensteuererhebung Gebrauch macht. Die Religionsgemeinschaften können die Verwaltung ihrer Kirchensteuern auf das Land Hessen übertragen. Die hessische Landesfinanzverwaltung nimmt derzeit die Kirchensteuerverwaltung für folgende Religionsgemeinschaften wahr:

  • die evangelischen Landeskirchen
  • die katholischen Diözesen
  • die Altkatholische Kirche in Hessen
  • die Jüdische Gemeinde Frankfurt
  • die kultussteuerberechtigten jüdischen Gemeinden im Landesverband Hessen
  • die Freireligiöse Gemeinde Offenbach
  • die Freireligiöse Gemeinde Mainz

Erhebung der Kirchensteuer

Kirchensteuer kann erhoben werden als

  • Zuschlag zur Einkommensteuer einschließlich der durch Steuerabzug erhobenen Einkommensteuer (Lohnsteuer und Kapitalertragsteuer)
  • Abgabe nach den Messbeträgen der Grundsteuer
  • Kirchgeld
  • besonderes Kirchgeld von Kirchensteuerpflichtigen, wenn der Ehegatte/Lebenspartner keiner steuererhebenden Kirche angehört (Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe/Lebenspartnerschaft)

Die Kirchensteuer als Zuschlag zur Kapitalertragsteuer wird vom Anlageinstitut zusammen mit der Kapitalertragsteuer von den Kapitalerträgen einbehalten. Die Anlageinstitute ermitteln hierfür durch den turnusmäßigen Zugriff auf eine Datenbank Ihre Religionszugehörigkeit, sofern Sie dem Datenabruf nicht widersprechen.


Falls Sie dem Datenabruf widersprochen haben oder der Abzug der Kirchensteuer aus anderen Gründen unterblieben ist, sind Sie verpflichtet, die einbehaltene Kapitalertragsteuer zum Zweck der Kirchensteuererhebung im Rahmen Ihrer Steuererklärung anzugeben.
 

Kirchenaustritt

Die Kirchensteuerpflicht wird durch den Austritt aus der Kirche mit Ablauf des Austrittsmonats beendet. Wenn Sie aus der Kirche austreten wollen, müssen Sie dies seit dem 1. März 2017 gegenüber der Gemeinde, in deren Gebiet Sie aktuell mit Hauptwohnung gemeldet sind, erklären. Die Gebühr beträgt 30,00 Euro. Die Gemeinde übermittelt die Änderung der Religionszugehörigkeit an eine Datenbank der Finanzverwaltung. Die Arbeitgeber verwenden die dort gespeicherten elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) als Grundlage für den Kirchensteuerabzug, ggf. wird zu Unrecht einbehaltene Kirchensteuer rückwirkend erstattet. Die Information über die Beendigung der Kirchensteuerpflicht wird auch in der Datenbank für den Einbehalt der Kirchensteuer als Zuschlag zur Kapitalertragsteuer berücksichtigt.

Fachliche Freigabe


Fachlich freigegeben durch Hessisches Ministerium der Finanzen, am 14.03.2017