Chronik des Finanzamtes Fulda

Kurhessen/Volksstaat Hessen

Bis März 1919 bestand bei dem Landratsamt Fulda unter dem Landrat Freiherr von Dörnberg eine Einkommensteuer-Veranlagungskommission.

Preußische Reichssteuerverwaltung

Die Veranlagungskommission wurde nach der Erzbergerschen Finanzreform und der Gründung der Reichssteuerverwaltung ab 01.04.1919 zunächst in das Preußische Staatssteueramt übergeleitet. Leiter des Preußischen Staatssteueramtes war ORR Schmidt.

Am 01.10.1919 wurde das Finanzamt Fulda mit der Zuständigkeit für die Stadt und den Landkreis Fulda errichtet.

Am 31.03.1933 wurde das für den Landkreis Hünfeld zuständige Finanzamt Hünfeld aufgelöst. Die im nördlichen Teil des Finanzamtsbezirks Hünfeld liegenden evangelischen Gemeinden wurden dem Finanzamt Bad Hersfeld angegliedert; der übrige, größere Teil der Gemeinden (ca. ¾ des Kreises Hünfeld) kam zum Finanzamt Fulda.

(Seit der Gebietsreform – 01.07.1972 – ist durch die Auflösung des Kreises Hünfeld und Nahgebietskorrekturen der Finanzamtsbezirk mit dem Kreisgebiet Fulda deckungsgleich.)

Bis Dezember 1937 war das Finanzamt Fulda in dem Gebäude des Heeresstandortlazarettes in Fulda, Wörthstraße, untergebracht. Im Dezember 1937 wurde das neu erbaute Dienstgebäude am Heinrich von Bibra – Platz bezogen.

Hessische Steuerverwaltung

Standort Heinrich von Bibra – Platz

Ostern 1945 wurde das Dienstgebäude von amerikanischen Truppen besetzt und für kurze Zeit von polnischen Zivilarbeitern belegt. Am 04.04.1945 wurde der Dienstbetrieb wieder aufgenommen.

Nach Kriegsende waren vorübergehend das Amtsgericht Fulda (einschließlich Untersuchungsgefängnis), die Spruchkammer und die Staatsanwaltschaft Fulda im Dienstgebäude untergebracht. Seit der Verlegung des Hauptzollamtes (1950) wurde das Dienstgebäude vom Finanzamt Fulda wieder allein genutzt.

Am 24.08.1962 wurde der bereits im Kalenderjahr 1960 begonnene Neubau der Finanzkasse, der durch einen brückenartigen Übergang mit dem Finanzamtsgebäude verbunden ist, seiner Bestimmung übergeben. Im 1.OG des Anbaus war die Finanzkasse untergebracht. Im Erdgeschoss befanden sich Aktenräume, Garderobe, ein Aufenthaltsraum und drei Garagen.

Infolge der ständig steigenden Aufgaben des Finanzamts Fulda wurden nach und nach mehrere Anmietungen erforderlich. Verschiedene Arbeitsgebiete wurden aus dem Hauptgebäude in diese Anmietungen verlagert, und zwar:

ABp in die Lindenstraße 6 seit 01.09.1971
Präm FÄ Fda, Han u. Lan in das 3. Obergeschoss des Zollamtsgebäudes Lindenstraße 6 c vom 01.04.72 – 31.05.73
Präm FÄ Han u. Lan in die Heinrichstraße 6 seit 01.06.1973
Bew, GrESt, Präm FA Fda, Straf, LA u. VIA Heinrich-von-Bibra-Platz 14 a (Haus Oranien) seit 01.01.1974
Liegenschaftsstelle (Lieg) Schillerstraße 8 seit 01.08.1977

Zum 01.02.1981 wurde eine weitere Anmietung nötig, in der die Bewertungsbezirke und die Prämienbezirke für den FA-Bereich Fulda untergebracht wurden.

Im April 1988 wurden die Steuerfahndung und die Strafsachenstelle vom Finanzamt Fulda an das Finanzamt Kassel-Goethestraße verlagert. Die Prämienbezirke wurden in der Anmietung Heinrichstraße 6 (Allianz-Haus) zusammengezogen.

Im Dezember 1988 musste eine weitere Außenstelle mit 540 m² für die neu eingerichtete, aus Südhessen nach Fulda verlagerte zentrale Erbschaft- und Schenkungsteuerstelle eingerichtet werden. Hier werden ab 01.01.1989 alle Vorgänge aus dem ehemaligen Zuständigkeitsbereich der Finanzämter Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt-Börse sowie Kassel-Goethestraße (nur Landkreis Fulda) zentral bearbeitet.

Im August 1989 wird die Lohnsteuerstelle auf das BELOS-Verfahren umgestellt.

Im September 1990 werden die Prämienarbeiten für das Finanzamt Langen an das Finanzamt Bad Hersfeld und für das Finanzamt Hanau an das Finanzamt Rotenburg/Fulda abgegeben.

Im Lohnsteuerbereich werden im November 1991 AN-Bezirke eingerichtet und das BEA-Verfahren eingeführt.

Im Januar 1995 zieht das Finanzamt Fulda, bis auf die Erbschaft- und Schenkungsteuerstelle, in das Behördenzentrum „Königstraße“ um. Nach dem Auszug der anderen Finanzamtsteile werden in dem Standort die Erbschaft- und Schenkungsteuerstelle sowie das Arbeits- und Sozialgericht untergebracht.

Der Standort wurde endgültig im Oktober 2008, durch den Umzug der Erbschaft- und Schenkungsteuerstelle sowie des Arbeits- und Sozialgerichtes, in das Behördenhaus „Am Hopfengarten“, aufgegeben. Das Gebäude wurde an einen privaten Investor veräußert.

Standort Königstraße 2

Der Neubau des Behördenzentrums wird – endlich - im November 1991 begonnen. Die Grundsteinlegung erfolgt in Anwesenheit der Hess. Ministerin der Finanzen, Frau Dr. Fugmann-Heesing am 03.07.1991.

Das Behördenzentrum entlang der Königstraße soll das Landgericht, das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft einerseits sowie das Finanzamt andererseits – mit je einem eigenen Baukörper – aufnehmen. Der Neubau für die Justizbehörden soll direkt im Anschluss an die JVA entstehen, weiter zum Abtstor hin soll das Finanzamt stehen.

Allerdings steht schon vor Baubeginn fest, dass der Neubau des Finanzamts die zentrale Erbschafts- und Schenkungsteuerstelle nicht mit aufnehmen kann.

Das Grundstück liegt in der Nähe des barocken Altstadtviertels und wird eingegrenzt durch die „Königstraße“ sowie die Straßen „Am Hopfengarten“ und „Am Rosengarten“. Justiz- und Finanzbehörde werden durch eine für Fußgänger bestimmte „Treppenstraße“ getrennt.

Mit Abnahme am 28.10.1994 hat das Land Hessen das Gebäude als Nutzer übernommen. Nach der Mängelbeseitigung und Neumöblierung in den Monaten November und Dezember 1994 ist das Finanzamt mit Akten und Personal in der Zeit vom 02.01. bis 20.01.1995 in das neue Gebäude umgezogen.

Durch die Neubaumaßnahme sind sämtliche Außenstellen des Finanzamts – mit Ausnahme der Erbschaft- und Schenkungsteuerstelle – in einem Dienstgebäude untergebracht. Die Erbschaft- und Schenkungsteuerstelle befindet sich nunmehr als Außenstelle im bisherigen Hauptgebäude „Heinrich von Bibra-Platz“.

Das Gebäude des Finanzamtes wurde in einer vier- bzw. fünfstöckigen Bauweise um einen Innenhof herum errichtet. Die darunter liegenden Geschosse der Tiefgarage bieten Parkraum für ca. 270 Fahrzeuge. Der Haupteingang des Finanzamts liegt an der Königstraße mit einer platzartigen Erweiterung des Bürgersteigs und einer Skulptur des englischen Künstlers Allington, während sich die Eingänge der Justizverwaltung zur Straße „Am Rosengarten“ hin befinden.

Man betritt das Finanzamt über ein Eingangsplateau in die mehrgeschossige Eingangshalle (Rotunde), die durch ein Farbrelief des Frankfurter Künstlers Hofmann ausgestaltet ist.

Der Arbeitsbereich „Arbeitnehmerveranlagung“ sowie die Finanzservicestelle und die Telefon-Finanzservicestelle befinden sich im Erdgeschoss, der Veranlagungsbereich ist bis auf zwei Ausnahmen im 1. Obergeschoss untergebracht. Die übrigen Arbeitsgebiete verteilen sich auf das 1. Untergeschoss sowie das 2. Obergeschoss. Die Sitzungs- und Unterrichtsräume sind im 3. Obergeschoss der fünfstöckigen so genannten „Kopfseite“ angesiedelt. Im 1 Untergeschoss ist ein Videokonferenzraum eingerichtet worden, der es ermöglicht per Videokonferenzschaltung an Verfahren im Finanzgericht Kassel teilzunehmen. Die allen Bediensteten des Behördenzentrums zugängliche Kantine mit 110 Sitzplätzen befindet sich im 1. Obergeschoss des Finanzamtsgebäudes.

Zeitgleich mit dem Umzug in das neue Gebäude wurde auch das Verfahren BEA II eingeführt, das im alten Dienstgebäude wegen der fehlenden dv – technischen Infrastruktur bis dahin  nicht umgesetzt werden konnte.

Die im Neubau vorhandene DV-Verkabelung war auch Voraussetzung für die damals noch einzuführenden Verfahren wie GÜP (2000), BEKSt (2003) usw. Damit wurde der landesweit angestrebte technische Standard auch im Finanzamt Fulda erfüllt.

Standortsicherung und „NEOFÄ II“

Nachdem im Jahr 2001 der Landesbetrieb „Hessisches Immobilienmanagement“ - HI – im Ressort des Finanzministers gegründet worden war, gingen zunächst die landeseigenen Finanzämter und die Behördenzentren, also auch das Behördenzentrum Fulda, in den Besitz des HI über, die Nutzer wie z. B. das Finanzamt Fulda, wurden Mieter der Objekte.

Die bisherige Liegenschaftsstelle des Finanzamts Fulda wird gleichzeitig aus der Steuerverwaltung herausgelöst und als Regionalniederlassung des HI Teil des Landesbetriebs.

Im Jahre 2005 wird das Behördenzentrum – neben einer Reihe gleichartiger Objekte hessenweit – an einen privaten Investor verkauft und langfristig zurück gemietet.

Im Mai 2004 werden im Zuge der Aktion „Sichere Zukunft“ der hessischen Landesregierung die Finanzämter und deren Zuständigkeiten neu geordnet. Insbe-sondere werden die innerhalb eines Landkreises bestehenden FÄ zusammengefasst, soweit es deren geringe personelle Größe erfordert.

Dies betrifft in der Nachbarschaft des Finanzamts Fulda im Vogelsbergkreis die Finanzämter Alsfeld und Lauterbach (zusammengefasst als FA Alsfeld - Lauterbach mit der Hauptstelle in Alsfeld) und im Landkreis Hersfeld - Rotenburg die FÄ Bad Hersfeld und Rotenburg (zusammengefasst zum FA Hersfeld - Rotenburg mit Hauptsitz in Hersfeld).

Für das FA Fulda hat dies folgende Konsequenzen:

Der Arbeitsbereich KSt wird zu Lasten des FA Gießen erweitert um die Zuständigkeit für die Körperschaften des FA Alsfeld (bisher nur Körperschaften des eigenen FA – Bezirks und des FA Lauterbach).

Das Finanzamt Fulda übernimmt ferner vom Finanzamt Gießen die Zuständigkeit für die Prüfung von Großbetrieben des eigenen FA – Bezirks und des Amtsbereichs der FÄ Alsfeld und Lauterbach (ab 5/2004 : FA Alsfeld – Lauterbach). Die damit erstmals in Fulda vorhandene „Groß – Bp“ wird zugleich mit der Amts-Bp zur „Betriebsprüfungsstelle“ zusammengefasst.

Neubau „Am Hopfengarten“

Im Herbst 2005 fällt die Entscheidung zur Aufgabe des Standorts am Heinrich von Bibra – Platz zugunsten eines Neubaus entlang der Straße „Am Hopfengarten“ in unmittelbarer Nachbarschaft zum Haupthaus Königstraße 2. Hier sollen auf ca. 4.500 m² Nutzfläche neben den bisher am Heinrich von Bibra – Platz untergebrachten Behörden (Arbeits- und Sozialgericht sowie Finanzamt mit ErbSt – Stelle) auch noch das Hessische Immobilienmanagement (HI), Niederlassung Fulda  sowie die Staatsanwaltschaft Fulda Platz finden.

Aufgrund des unter der Federführung des Finanzstaatssekretärs Dr. Walter Arnold durch das HI entwickelten Konzeptes, wurde die Liegenschaft Heinrich von Bibra – Platz veräußert und ein privater Investor errichtete im Rahmen eines PPP – Projekts (Public – Private – Partnership) das Behördenhaus „Am Hopfengarten“.

Das Behördenhaus „Am Hopfengarten“ wurde im Oktober 2008 fertig gestellt, übergeben und bezogen. Die offizielle Einweihung erfolgte am 21.01.2009.

Etwa die Hälfte des Neubaus wird von der Erbschaft- und Schenkungsteuer des Finanzamts genutzt, so dass nunmehr alle Bereiche des Finanzamts an einem Ort in Fulda konzentriert sind. Dabei wird der Neubau über eine Fußgängerbrücke mit dem bestehenden Finanzamtsgebäude „Königstr.2“ verbunden.

Umbau Finanzservicestelle (Standort Königstr.2)

Am 24.01.2002 wurde, nach einer nur kurzen Umbauphase, die Finanzservicestelle (FIS) in den ehemaligen Bibliotheksräumlichkeiten im Erdgeschoß eröffnet. In dem 83,52 qm großen Raum wurden insgesamt 5 FIS-Arbeitsplätze eingerichtet.

Der Wartebereich der FIS wurde nunmehr architektonisch in die Eingangshalle (Rotunde) integriert. Eine bauliche Abtrennung des Wartebereichs zur Eingangshalle erfolgte in der Vergangenheit nicht, so dass die Besucher der FIS bislang in einem offenen und zugigen Bereich warten mussten.

Anfang Oktober 2007 wurde im Finanzamt Fulda, als Pilotprojekt für die hessischen Finanzämter, eine T-FIS (Telefon-Finanzservicestelle) eingerichtet. Da sich die Mitarbeiter(innen) der FIS und T-FIS zunächst gegenseitig vertreten sollten, war es unbedingt erforderlich, einen räumlichen Zusammenhang zwischen beiden Arbeitsbereichen herzustellen. Die T-FIS wurde in Büros im Erdgeschoß untergebracht, welche in der unmittelbaren Nähe der FIS lagen.

Ist man im Kalenderjahr 2002 noch von etwa 18.000 Besuchern jährlich ausgegangen, so verzeichnete die FIS im Kalenderjahr 2009 ca. 34.000 Besucher und zusätzlich 12.000 Besucher, die lediglich die Pforte in Anspruch genommen haben. (Anmerkung: der Landkreis Fulda hat ca. 219.000 Einwohner, das bedeutet, jeder vierte hat in 2009 das Finanzamt besucht).

Bei den zuletzt eröffneten Finanzservicestellen wurde ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet, dass diese bereits durch ihren äußeren Rahmen zu einer offenen und freundlichen Atmosphäre beim Besucherpublikum beitragen, um damit auch gerade den Kundenservice als wichtigen Faktor der Verwaltungsreform zu verbessern.

Aufgrund der geschilderten Rahmenbedingungen war klar, dass der Bereich des Bürgerservice an die neuen Anforderungen angeglichen werden musste.

Grundlage der Planung war die Neugestaltung des Eingangsbereichs, der Verlagerung der FIS und der Pforte in den Bereich der bisherigen Poststelle bzw. des Postverteilerzimmers. Dadurch wurde eine offene und kundenfreundliche Atmosphäre geschaffen, die den gestiegenen heutigen Anforderungen gerecht wird.

Der Wartebereich wurde in einen an die FIS direkt grenzenden abgeschlossenen Bereich verlegt, so dass die Besucher nicht mehr in der offenen und zugigen Rotunde warten müssen.

Weiterhin wurde durch die gleichzeitige Verlegung der T-FIS in die angrenzenden Büroräume, die an der wesentlich ruhigeren Treppenstrasse (Fußgängerweg) liegen, der notwendige räumliche Zusammenhang zwischen FIS und T-FIS wieder hergestellt. Die überhohen Büroräume wurden im Zuge dieser Maßnahme mit Akustiksegeln an der Decke versehen, um damit die Raumakustik in dem für das ungestörte Telefonieren erforderliche Maß zu verbessern. Zur weiteren Verbesserung der Akustik wurde ein entsprechender Teppichboden (Kugelgarn) in diesen Büroräumen verlegt.

Durch diese durchgeführte Umbaumaßnahme wird den Gedanken der Verwaltungsreform und dem damit verbunden besseren Bürgerservice in vollem Umfang Rechnung getragen.

Zeitlicher Ablauf der Umbaumaßnahme:

Am 31.08.2009 erhielt das HBM Regionalniederlassung Nord Außenstelle Fulda den Auftrag eine ES-Bau auf Grundlage der Bedarfsanforderung vom 13.10.2008 zu erstellen.

Mit Datum vom 29.04.2010 Erfolgte die haushaltsrechtliche Anerkennung der ES- Bau durch das Hessische Ministerium der Finanzen mit einer Kostenobergrenze von 486.000,00 €.

Nach dem erfolgten Auszug der Poststelle und der Einrichtung einer provisorischen Pforte, wurde am 23.08.2010, nach Eingang der Baugenehmigung, mit den Abbrucharbeiten begonnen. Bereits am 29.10.2010 waren die Räume der T-FIS fertig gestellt und konnten genutzt werden.

Die  Räume der FIS und die neue Infotheke wurden noch vor den Weihnachtsfeiertagen 2010 fertig gestellt und nach dem erfolgten Umzug, ab dem  30.12.2010, in Betrieb genommen.

Nach dem erfolgten Umzug der FIS in die neuen Räume, wurde in den bisher genutzten Räumen der FIS, in der 2. Kalenderwoche 2011, mit den Umbauarbeiten zur neuen Poststelle begonnen.

Die Eröffnung der neuen Finanzservicestelle fand am 28.01.2011 statt.

Frühjahrstagung des Arbeitskreises „Steuerschätzungen“ im Finanzamt Fulda

Der Arbeitskreis “Steuerschätzungen” war zu seiner Frühjahrstagung vom 10. bis 12. Mai 2011 im Finanzamt Fulda zusammen gekommen. Das Land Hessen war turnusgemäß Ausrichter der Konferenz. Finanzstaatssekretärin Prof. Dr. Luise Hölscher, Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller und Finanzamtsvorsteher Jörg Schlemmer haben den Arbeitskreisvorsitzenden Dr. Ulrich van Essen und die übrigen Teilnehmer des Arbeitskreises zu Beginn der 138. Sitzung der Steuerschätzer im Finanzamt Fulda begrüßen können.

Da im Vorfeld zur Mai-Tagung des 35-köpfigen Arbeitskreises Gerüchte zu erheblichen Steuermehreinnahmen von bis zu 125 Milliarden Euro kursierten, war der Empfang der Teilnehmer des Arbeitskreises von großem bundesweitem medialem Interesse begleitet, und es wurde von Steuerschätzungs-Optimismus „made in Fulda“ berichtet.

Staatssekretärin Hölscher betonte in ihrer Begrüßungsansprache, dass es ihr persönlich große Freude bereite, die Teilnehmer der Veranstaltung in der Barockstadt Fulda begrüßen zu dürfen und der Veranstaltung einen guten Verlauf zu wünschen. Zugleich übermittelte sie Grüße des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und des Hessischen Finanzministers Dr. Thomas Schäfer. Finanzamtsvorsteher Jörg Schlemmer unterstrich, dass es eine Auszeichnung für das osthessische Fulda sei, auch ein Stück Kultur und Lebensqualität der Region vorstellen zu dürfen. Mit einem Anruf beim Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, habe er bereits für sonniges Wetter gesorgt, so dass aufgrund der Rahmenbedingungen in Fulda nur mit einem guten Ergebnis gerechnet werden könne.

Die Mai-Steuerschätzung ist Grundlage für den mittelfristigen Finanzplan, das heißt für das laufende Jahr plus vier Folgejahre.

„Elster“-Informationstag im Finanzamt Fulda

Um mehr Bürgerinnen und Bürger mit den Möglichkeiten von „ELSTER- Formular“ vertraut zu machen, hat das Finanzamt Fulda vom 16. bis 20. Mai 2011 erneut ELSTER-Informationstage angeboten. Dazu wurde die große Eingangshalle des Amtes für diese Woche als „ELSTER-Informationszentrum“ eingerichtet.

Ein Informationsstand, eine Projektionswand mit Beamer und drei PC-Arbeitsplätze boten alle Möglichkeiten, die von der bloßen mündlichen Information über den Durchlauf verschiedener PowerPoint-Präsentationen zu „ELSTER-Themen“ bis hin zur wirklichkeitsnahen Vorführung vorbereiteter Musterfälle reichten. Dabei konnten vier Mitarbeiter der ADV-Stelle des Amtes von der Eingabe der Erklärungsdaten über die unverbindliche Steuerberechnung bis hin zur Registrierung im ELSTER-Online-Portal die „ELSTER-Programme“ ganz praktisch vorführen.

Immerhin 160 Besucher nutzten diese Gelegenheit, sich genauer und zum Teil sogar sehr intensiv über die „ELSTER-Verfahren“ zu informieren. Und wer sich vor Ort im ELSTER-Online-Portal registrieren ließ, um seine Steuererklärung zukünftig authentifiziert abzugeben, konnte sein bei dieser Registrierung erzeugtes Software-Zertifikat gleich „ganz stilecht“ auf einem USB-Stick mit „ELSTER-Logo“ abspeichern und mitnehmen. Sogar auf mitgebrachten Notebooks von Steuerbürgerinnen und -bürgern konnten technische Probleme, insbesondere bei der Installation und Verwendung der „ELSTER-Programme“, durch die Finanzamtsbediensteten gelöst werden. So verwundert es auch nicht, dass nicht nur die üblichen kleinen „ELSTER-Mitbringsel“, wie Kugelschreiber, Haftnotiz-Blöcke, Einkaufswagen-Chips oder die neuen Lollies, sondern auch die ganz besondere, zum Teil auf den speziellen Einzelfall bezogene praktische Hilfe auf eine äußerst positive Resonanz bei den Bürgerinnen und Bürgern gestoßen sind. Oder um es mit den Worten eines begeisterten Steuerbürgers auszudrücken: „Das ist ja mal ein ganz toller Service der Finanzverwaltung!“

„Poststellencheck“ im Finanzamt Fulda

Am 15. August 2011 wurde die Poststelle des Finanzamts Fulda durch die Deutsche Post in besonderer Weise durch ein Zertifikat (Urkunde) ausgezeichnet. Die hiesige Poststelle wurde im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens „Poststellen-Check“ durch die Deutsche Post AG geprüft. Die Prüfung umfasste den Posteingang sowie den Postausgang. Prüfungsfelder waren unter anderem: Qualität von Freistempelabdrücken und sonstigen Auffälligkeiten bei der Frankierung, korrekte Formattrennung/Behälterfertigung und Qualität der Zuführung, Auffälligkeiten bezüglich der Maschinenlesbarkeit, Auffälligkeiten der Gestaltung der Aufschriftleiste und Auffälligkeit bezüglich der Maschinenfähigkeit.

Diese Überprüfung erfolgte im Juli 2011 durch den Automationsbeauftragten der Deutschen Post AG, Herrn Werner Bast. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde haben einige Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Post AG die Zertifizierungsurkunde an Herrn Amtsvorsteher Jörg Schlemmer sowie die dabei anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Poststelle des Finanzamts Fulda überreicht. In seiner Ansprache erwähnte der Vertriebsleiter der Deutschen Post AG öffentlicher Sektor für Hessen, Herr Schindler, dass die Zusammenarbeit der Deutschen Post mit dem Finanzamt Fulda hervorragend und die bisher abgelieferten „Produkte“ trotz der Vielfältigkeit und der ständigen großen Mengen stets von sehr guter Qualität seien. Aus diesem Grund habe man sich entschlossen, ein Zertifizierungsverfahren durchzuführen. Die Prüfung habe dann auch nochmal bestätigt, dass die in der Poststelle genutzten Brief-Produkte und Verfahren der Richtlinie „Automationsfähige Briefsendungen“ sowie den AGB der Deutschen Post AG entsprächen. Diese Zertifizierung sei auch deshalb eine besondere Auszeichnung, weil die Deutsche Post AG in nur sehr wenigen Fällen diese Prädikate vergebe. In diesem Jahr sei das Finanzamt Fulda bisher der erste und zugleich auch einzige Kunde, dem diese Ehrung verliehen wurde.

Nach Verleihung der Urkunde hat sich Herr Schlemmer bei den Vertreterinnen und Vertretern der Deutschen Post AG für die lobenden Worte sowie für die Auszeichnung bedankt und dieses Lob im Besonderen nochmals ausdrücklich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Poststelle zuerkannt. Die besondere Herausforderung bestünde für sie nun darin, das hohe Qualitätsniveau auch zukünftig zu halten. Da es sich um eine außergewöhnliche Auszeichnung handelt, wurde die Urkunde an einem besonderen Platz – auch sichtbar für die Steuerpflichtigen– angebracht.

Wahl zum besten Finanzamt Deutschlands

Das Online-Portal „Steuertipps.de“ hat zum vierten Mal gefragt, welches der 552 deutschen Finanzämter das Beste ist. Gut 10.000 Steuerzahler haben geantwortet und das Finanzamt Fulda zum kundenfreundlichsten Finanzamt gewählt. Die Nutzer des Portals haben während des vergangenen Jahres drei Urteile über ihr Finanzamt abgegeben und damit die Freundlichkeit, Schnelligkeit und Erreichbarkeit ihrer Heimatfinanzbehörde beurteilt. Laut „Steuertipps.de“ hat das Finanzamt Fulda die nettesten, flinksten und ansprechbarsten Finanzbeamten. Diese werden bemüht sein, das in sie gesetzte Vertrauen auch in 2016 wieder zu bestätigen.

Einrichtung der Hessischen Zentrale für gesellschaftsrechtliche Grunderwerbssteuerfälle (HZgG)

Bei der Besteuerung von gesellschaftlichen Grunderwerbsteuerfällen geht Hessen neue Wege. Seit dem 1. Januar 2016 hat die neu geschaffene Zentralstelle der Hessischen Finanzverwaltung für die Bearbeitung von Grunderwerbsteuerfällen mit gesellschaftsrechtlichem Bezug im Finanzamt Fulda ihre Arbeit aufgenommen. Grunderwerbsteuer entsteht nicht nur beim Kauf eines Einfamilienhauses. Sie wird auch bei gesellschaftsrechtlichen Vorgängen, wie zum Beispiel Umwandlung, Anwachsung und Übertragung von Gesellschaftsanteilen erhoben, soweit Grundbesitz vorhanden ist. Die Zuständigkeiten der Stelle umfassen hierbei die Festsetzung der Grunderwerbsteuer bis zu einem etwaigen Klageverfahren.