Chronik der Finanzämter Wiesbaden I und Wiesbaden II

Jahr Ereignisse
1919 Mit Einführung der Reichsfinanzverwaltung wurde auch ein Finanzamt für Wiesbaden in der Herrngartenstraße 1-5 errichtet. Seine Zuständigkeit erstreckte sich auf den gesamten Stadtkreis.
1946 Nach dem zweiten Weltkrieg war die Finanzverwaltung Ländersache.
1954 Infolge zunehmender Raumnot und aufgrund des schlechten baulichen Zustandes des Dienstgebäudes errichtete das Land Hessen ein zusätzliches Gebäude, gleichzeitig wurde der Finanzamtsbezirk zweigeteilt. Das Finanzamt Wiesbaden-Innenstadt verblieb im ursprünglichen Gebäude in der Herrngartenstraße. Ab diesem Zeitpunkt erstreckte sich seine Zuständigkeit auf alle Steuerpflichtigen innerhalb des eigentlichen Stadtkerns von Wiesbaden, der durch den 1. Ring, die Wilhelm-, Taunus- und die Dotzheimer Straße umgrenzt wurde. Das Finanzamt Wiesbaden-Außenbezirk zog in das neue Gebäude in der Mainzer Straße/Ecke Lessingstraße und war für alle Stadtteile außerhalb des Stadtkerns und zusätzlich für sämtliche Vororte Wiesbadens zuständig.
1957

Nach Einführung des Lochkartenverfahrens, dem Beginn der Automation, bestimmte sich die Zuständigkeit der Finanzämter nicht mehr nach regionalen Gesichtspunkten, sondern nach dem Alphabet. Gleichzeitig wurden die Ämter in Finanzamt Wiesbaden Herrngartenstraße (vormals Innenstadt) und Finanzamt Wiesbaden Mainzer Straße (vormals Außenbezirk) umbenannt.

Ab diesem Zeitpunkt war das Finanzamt Herrngartenstraße für alle Steuerpflichtigen der Anfangsbuchstaben A-Q und das Finanzamt Mainzer Straße für alle Steuerpflichtigen der Anfangsbuchstaben R-Z zuständig. Darüber hinaus wurde das Finanzamt Wiesbaden Herrngartenstraße zentral zuständig für die Bewertung, die Körperschaften, die Betriebsprüfung und bis 1986 auch für die Bußgeld- und Strafsachenstelle. Insbesondere seine Zuständigkeit für Körperschaften und die Prüfung von Großbetrieben und landwirtschaftlichen Betrieben erstreckte sich über die Grenzen von Wiesbaden hinaus auf benachbarte Finanzamtsbezirke (siehe Zuständigkeiten). Das Finanzamt Wiesbaden Mainzer Straße erhielt zusätzlich die zentrale Zuständigkeit für die Finanzkasse, die Stundungs- und Vollstreckungsangelegenheiten, Kraftfahrzeugsteuer, Beförderungssteuer, Erbschaftsteuer und Grunderwerbsteuer und übernahm außerdem die Steuerfahndungsstelle, die Liegenschaftsstelle sowie die Ausbildung der Steuer- und Finanzanwärter.

Infolge des Zustandes der Räumlichkeiten in der Herrngartenstraße (teilweise Einsturzgefahr) wurde Ende 1973 mit dem Neubau eines Dienstgebäudes für beide Finanzämter auf dem "Schiersteiner Berg" begonnen. Ziel war es, die Finanzämter in das dort für einige Landesbehörden geplante Behördenzentrum zu integrieren.

1976 Mit dem Einzug in das neu errichtete Gebäude erhielten die Ämter die neuen Namen Finanzamt Wiesbaden I (vormals Herrngartenstraße) und Finanzamt Wiesbaden II (vormals Mainzer Straße), und die Zuständigkeiten wurden nach Anfangsbuchstaben neu abgegrenzt: Finanzamt Wiesbaden I A-N und Finanzamt Wiesbaden II O-Z.
2004

Im Rahmen der Neuorganisation der hessischen Finanzämter zum 01.06.2004 verliert das Finanzamt Wiesbaden I seine Zuständigkeit für Körperschaften und Großbetriebsprüfung im Bezirk des neuen Finanzamts Limburg-Weilburg. Das Finanzamt Wiesbaden II erhält zusätzlich die Zuständigkeit für Fahndung und Strafsachen im Bezirk des Finanzamts Bad Homburg.

Gleichzeitig eröffnen die Wiesbadener Finanzämter eine gemeinsame Finanzservicestelle und weiten ihre Öffnungszeiten erheblich aus.

2006 Ende 2006 erhielten die beiden Wiesbadener Finanzämter eine Videokonferenzanlage, mit der Direktschaltungen zum Hessischen Finanzgericht (Kassel) zur Durchführung von mündlichen Verhandlungen ermöglicht werden.
2009 Zum 01.01.2009 wurden die Zuständigkeiten der beiden Wiesbadener Finanzämter erneut neu geregelt. Danach ist das Finanzamt Wiesbaden I seither für Einkommensteuer-, Lohnsteuer-, Körperschaftsteuersachen und Betriebsprüfungen für Steuerpflichtige und Unternehmen der Buchstabengruppe A - K und das Finanzamt Wiesbaden II für solche der Buchstabengruppe L - Z zuständig. Daneben hat das Finanzamt Wiesbaden I die Bußgeld- und Strafsachenstelle, die Steuerfahndungsstelle und die Grunderwerbsteuerstelle vom Finanzamt Wiesbaden II übernommen.
2012

Seit 2012 unterhalten die beiden Wiesbadener Finanzämter eine gemeinsame Telefonservicestelle, die die bisherige Telefonzentrale abgelöst hat.

2015

Im April 2015 wurde den beiden Wiesbadener Finanzämtern von Herrn Staatsminister Peter Beuth (Hessischer Minister des Innern und für Sport) das „Gütesiegel Familienfreundlicher Arbeitgeber“ verliehen.