Bodenabbau und Altlasten

 Tonschutt (Basislage) aus Schluff-, Sand- und Tonstein (Buntsandstein) über tiefem verwittertem Sandstein
Komplexes Bodenbild © Land Hessen

Boden ist wie Luft, Wasser oder Licht eine natürliche und unentbehrliche Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen. Nur auf intakten Böden kann die Landwirtschaft dauerhaft gesunde Nahrungsmittel produzieren. Sauberes Grundwasser kann nur garantiert werden, wenn wir unsere Böden unversehrt halten. Der Boden ist kaum erneuerbar und steht damit als Ressource nur begrenzt zur Verfügung. Zum Schutz der Böden ist Fachwissen nötig.


Leistungsbeschreibung

Nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) kann die zuständige Behörde verlangen, dass bestimmte Aufgaben der Erfassung, Erkundung, Beurteilung und Sanierung von Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen durch Sachverständige erfüllt werden, die nach § 18 BBodSchG zugelassen sind.

Die fachlichen Anforderungen, die an einen Sachverständigen nach § 18 BBodSchG gestellt werden, beschränken sich aber nicht auf die traditionellen geowissenschaftlichen Themen. Neben der Kenntnis von Boden- und Gesteinsarten, Stratigraphie und Tektonik sind chemischer Sachverstand (physikalische und chemische Stoffeigenschaften, Ausbreitungsvorgänge von Schadstoffen), technisches Verständnis für Sanierungsanlagen, Erfahrungen mit Schadstoffbelastungen von Gebäuden und Abbruchmaßnahmen, Kenntnisse über Ausschreibung und Vergabe sowie Arbeitsschutz und genehmigungsrechtliche ragen gefordert.

In Hessen werden Sachverständige auf der Grundlage von § 6 des Hessischen Altlasten- und Bodenschutzgesetzes auf Antrag zugelassen, wenn sie die erforderliche Sachkunde und Zuverlässigkeit nachweisen. Die Einzelheiten über die erforderliche Sachkunde, die gerätetechnische Ausstattung und die Zuverlässigkeit der Sachverständigen sowie das Anerkennungsverfahren und die Bekanntgabe regelt die Hessische Verordnung über Sachverständige für Bodenschutz und Altlasten nach § 18 des Bundes-Bodenschutzgesetzes.

Die besondere Sachkunde wird dabei von einem Fachgremium geprüft, in dem auch das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie vertreten ist. Die Anerkennung kann für eines oder mehrere Sachgebiete ausgesprochen werden.
 


Der Abbau von Boden bedarf der Genehmigung.


Leistungsbeschreibung

Die Genehmigungspflicht für den Abbau von Bodenschätzen ergibt sich

  • bei bergrechtlichen Bodenschätzen aus dem Bundesberggesetz (BBergG). Die bergrechtlichen Bodenschätze sind in § 3 Abs. 3 und 4 BBergG aufgelistet.
  • bei allen anderen Bodenschätzen
    • wenn beim Abbau ein Gewässer hergestellt oder wesentlich verändert wird aus
      dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG).
    • wenn trocken abgebaut wird,
      • die Abbaufläche über 10 ha groß ist oder gesprengt wird aus dem
        Bundes-Immissionschutzgesetz (BImSchG),
      • die Abbaufläche unter 10 ha groß ist und nicht gesprengt wird aus der
        Hessischen Bauordnung. Hiernach bedarf der Abbau einer Baugenehmigung,
        wenn die Tiefe 2 Meter übersteigt oder die Abbaufläche im bebauten
        Innenbereich größer als 30 m² bzw. im Außenbereich größer als 300 m² ist.

In allen Fällen bedarf es ferner im Regelfall einer naturschutzrechtlichen Eingriffszulassung nach dem Hessischen Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Hessisches Naturschutzgesetz - HENatG).

  • An wen muss ich mich wenden?

    Ansprechpartner sind die Kreisausschüsse bzw. Magistrate der Kreisfreien Städte als Untere Baubehörden, in allen anderen Fällen die Regierungspräsidien als Bergbehörden bzw. als Obere Wasserbehörden oder als Immissionsschutzbehörden.

  • Rechtsgrundlage

    • Bundesberggesetz (BBergG)
    • Wasserhaushaltsgesetz (WHG)
    • Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG)
    • Hessische Bauordnung (HBO)
    • Hessisches Naturschutzgesetz - HENatG)